Henrik Parow war Adliger und Ritter. Erst war er Herzog Albrecht von Mecklenburgs Hof, aber er wechselte Seite und wurde später Hofmeister beim dänischen Hof. Er hatte 1382-1392 ein Konflikt mit der Stadt Rostock und ab 1380 mit den Herzögen von Mecklenburg. 1389 führte er sogar den Dänischen Heer im Krieg gegen die Mecklenburger. Während des Krieges zwischen Dänemark und Mecklenburg nahm er 600 Nobeln von Henrik Gröning zu Münstersund.
Leben
Namensvarianten: Henrik Parough[1], Heine Partzow?[2], Parow?[3], Hinricus Parogh[4], Heyno Parow[5]. Herra Parao[6].
Lebensdaten: Trat erstens in den Quellen in den 1350'er-Jahren auf. 1380 endete er in einem Konflikt mit seinen ehemaligen Herren, die Herzöge zu Mecklenburg. 1384 hatte er schon die Seite gewechselt und stand auf der dänischen Seite im Konflikt. 1385 wurde er als Hofmeister des jungen König Olufs erwähnt. 1386 führte er sogar den Dänischen Heer gegen die Herzöge von Mecklenburg in der Schlacht bei Axwall. 1394 ist er zum letzten Mal aktenkundig geworden.
Herkunft: Holstein?
Tätigkeitsgebiet: Mecklenburg, Norwegen, Schonen.
Verwandtschaft:
Tätigkeiten
Aktivitäten als Fehdehelfer:
1368 trat Henrik Parow als Zeuge für die Urfehde Johan Thuns aus[7].
1377 trat er als Bote auf in Verhandlungen zwischen den Dänen und die in Lübeck versammelten Hansen auf. Der Dänische Bote, Henning Putbusk, sah gern, dass Vikke Moltke und Henrik Parowe als Boten nach Dänemark kommen würden[8].
1380 schrieb Henrik Parow in einem Offenen Brief, dass er bereit war, seine Streitigkeiten mit den Herzogen von Mecklenburg zu einem Schiedsgericht zu überlassen[9]. Vielleicht sehen wir hier den Grund für seinen Wechsel zu der dänischen Seite des Konflikts.
Ich habe die folgende Sache nicht völlig verstanden!: 1382-1392 wurde um eine Sache Zwischen Henneke Moltke, Henrik Parow, Vikke Bere und der Stadt Rostock verhandelt. 1382 hatten Henrik Parow und Vikke Bere Henrik Moltke gefangen genommen. Sie hatten ihn in Rostock gefangen, so sie standen vermutlich auf der Mecklenburgischen Seite und Moltke auf der Dänischen. Laut der Herausgeber der Hansischen Urkundenbuchs war Henrik Moltke aber ein "Hansischer Ratssendebot"[10]. Die zwei Ritter ließen den Gefangenen wieder los während Lübeck seinen Schiedsspruch entscheidete[11]. Im Juli 1382 kam dann das Urteil aus Lübeck: Die Gefangenen (es gab offenbar mehr) sollten losgelassen werden/bleiben[12]. Damit waren die Rostocker offenbar nicht zufrieden. 1392 bekamen sie Hilfe von den Herzogen von Mecklenburg, die ihnen irgendeine Schadenersatz versprachen[13].
1384 luden Henrik Parow und der Hauptmann von Lindholm und Ystad (Schonen), Jacob Muus, die Danzigern Bürger zum Heringsmarkt in Schonen ein[14]. Hier stand Henrik Parow offensichtlich auf der dänischen Seite des Konflikts.
1389 stand Henrik Parow als Hauptmann/General des dänischen Heers bei der Schlacht bei Axelwall in Schweden. Hier wurde Albrecht von Mecklenburg, HP's ehemaligen Herr, gefangen genommen[15].
1394 klagten die preußischen Städte an Königin Margarethe von Dänemark über einen Mann namens "Herr Parow", der 600 Nobeln von Henrik Gröning zu Münstersund genommen hatte. Die Königin antwortete aber, das Herr Parow zu der Zeit einen Feind des dänischen Reiches war, und deshalb war es nicht ihr Problem, was er getan hatte[16]. Es dreht sich in dieser Quelle mit großer Sicherheit um Henrik Parow, der Ritter war und auf beiden Seiten gekämpft hatte.
Status: Mecklenburgischer Ritter, später dänischer Hofmeister.
Fahrgemeinschaften: Vikke Bere, Henrik Moltke?, Konrad Moltke?
Auftraggeber: Albrecht III. von Mecklenburg, Margarethe von Dänemark
Angaben zu Schiff und Besatzung:
Sonstige Tätigkeiten:
1385 wurde "herra Parao" in einer Norwegischen Quelle genannt. Er sollte der Hofmeister des jungen König Olufs sein[17]. Laut der Herausgeber des Diplomatarium Danicum war diese Person Henrik Parow.
1387 huldigte Henrik Parow als dänischer Ritter die Königin Margarethe von Dänemark in Lund (Schonen)[18].
1388 wurde ein Ritter namens "Heyno Parow" in den Gesetze der "Leib Christi"-Gilde auf der Insel Lolland in Süddänemark genannt[19]. Es dreht sich vermutlich um Henrik Parow.
In den folgenden Quellen taucht Henrik Parow auf, aber nur als Zeuge, Unterzeichner, Verkäufer oder Käufer von Gütern/Höfen/Land o.Ä.:
- MUB: Bd. 14, Nr. 8565 (1359) & Bd. 16, Nr. 9938-9939 (1369: Ribnitz) & Nr. 9965 (1369) & Nr. 9998 (1369: Neukalen) & Nr. 10113 (1370:Stekeholm, Småland) & Bd. 18, Nr. 10198 (1371: Schwerin) & Nr. 10200 (1371: Schwerin) & Nr. 10292 (1372) & Nr. 10437 (1373: Rostock) & Bd. 19, Nr. 10830-10833 (1376: Rostock, HP unterzeichnet als Ritter bei Albrecht, Graf von Mecklenburg) & Nr. 10838-10840 (1376: Grevesmühlen, HP unterzeichnet Ritter bei Albrecht, Graf von Mecklenburg) & Nr. 10875 A,B -10876 (1376: Weiden, HP unterzeichnet als Ritter bei Graf Albrecht von Mecklenburg) & Nr. 10896 (1376: Rostock,...) & Nr. 10905-10906 (1376, Schwerin,...) & Nr. 10927 C,E (1376: Schwerin,...) & Nr. 10983 (1377: Schwerin,...) & 10988 (1377: Röbel,...) & 11100 (1378) & Nr. 11169-11170 (1379: Schwerin, HP unterzeichnet als Ritter bei Albrecht, Herzog von Mecklenburg) & Nr. 11278 & Bd. 20, Nr. 11401 (1382) & Bd. 22, Nr. 12464 (1392) & Bd. 25, Nr. 14642 (1378).
- DD: 4.1., Nr. 6-7 (1376: Grevesmühlen, HP unterzeichnet Ritter bei Albrecht, Graf von Mecklenburg) & Nr. 9 (1376: Grevesmühlen,...) & Nr. 85 (1376: Kopenhagen,...) & Nr. 87 (1376: Kopenhagen,...) & Nr. 172 (1376-1387,?) &
Sonstiges
1357 und 1365-67 tretet "Parow" ohne Vorname in zwei mecklenburgischen Quellen auf[20]. Es ist wahrscheinlich, dass es sich um Henrik Parowe dreht.
1359 wurde der Ritter Henrik Parow in Rostock wegen den Raubmord an Ludolf Jesewitz verhaftet. Unter Anderen wurden auch Henneke Moltke und Konrad Moltke verhaftet[21].
"Heyne Partzow", der in mindestens zwei Quellen erwähnt wird[22], war mit großen Sicherheit nicht dieselbe Person als Henrik Parow.
Quellen
Die folgenden Quellensammlungen wurden durchgesucht ohne weiteres zu finden:
- HR 1.1.-2.3.
- DD 3.1-4.7.
- MUB Bd. 14-25.
- HUB Bd. 3-7.
- Liv-, Est- und Kurländisches Urkundenbuch 1.2.-1.9.
- Sattler, Karl: Handelsrechnungen des Deutschen Ordens (1887).
- Preußisches Urkundenbuch Bd. 5-6.
- Jenks, Stuart: Das Danziger Pfundzollbuch von 1409 und 1411 (2012).
- Stieda, Wilhelm: Realer Zollbücher und -Quittungen des 14. Jahrhunderts (1887).
Literatur
Einzelnachweise
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HUB Bd. 4, Nr. 798
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DD 3.6., 1363:354
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HR 1.4., Nr. 236 IV § 5
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HUB Bd. 4, Nr. 798
↑
DD 4.3., Nr. 412
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DD 4.2., Nr. 541
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HR 1.1, Nr. 452 § 6 & MUB Bd. 16, Nr. 9887
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HR 1.2., Nr. 150 § 1 & MUB Bd. 19, Nr. 11032 & DD 4.1., Nr. 256 § 1
↑
MUB Bd. 19, Nr. 11278
↑
HUB Bd. 20, Nr. 11449
↑
HR 1.3., Nr. 153
↑
MUB Bd. 25, Nr. 14670
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MUB Bd. 22, Nr. 12451
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HUB Bd. 4, Nr. 798 & DD 4.2., Nr. 476
↑
MUB Bd. 21, Nr. 12076
↑
HR 1.4., Nr. 236 IV § 5
↑
DD 4.2., Nr. 541
↑
DD 4.3, Nr. 222 & Nr. 233
↑
DD 4.3., Nr. 412
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MUB Bd. 14, Nr. 8323 & Nr. 9426
↑
MUB Bd. 14, Nr. 8658
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HR 1.1., Nr. 312 § 3 & DD 3.6., Nr. 354
